Ziva Postec. The Editor Behind the Film Shoah

Die Filmeditorin Ziva Postec hatte bereits mit Alain Resnais, Jean-Pierre Melville und Orson Welles zusammen gearbeitet, als sie Claude Lanzmann begegnete. Von 1979 bis 1985 widmeten die beiden ihre Leidenschaft und Energie dem neunstündigen Dokumentarfilm Shoah, der aus Interviews mit Augen und Zeitzeugen sowie zeitgenössischen Aufnahmen von den Orten der Verbrechen besteht und gänzlich auf Archivmaterial verzichtet. Catherine Héberts scharfsinniges Porträt verknüpft den oft schwierigen Lebensweg Postecs mit der Arbeit an diesem Riesenprojekt - 350 Stunden Filmmaterial galt es zu montieren, was die Editorin an ihre physischen und emotionalen Grenzen brachte. Héberts Film liefert viele neue Erkenntnisse über Ziva Postecs entscheidenden Beitrag zu dem kühnen Filmprojekt und würdigt auf diese Weise eine bisher weitgehend unbekannte kreative Persönlichkeit, ohne die Lanzmanns Film über die Vernichtung der europäischen Juden nicht möglich gewesen wäre.

Catherine Hébert

Catherine Hébert dreht politische und sozialkritische Dokumentarfilme. In der Vergangenheit arbeitete sie oft in Subsahara-Afrika, interessiert an den Auswirkungen von Krieg und Gewalt gegen Frauen sowie dem komplexen Gewebe des alltäglichen Lebens. Ihre Filme, insbe-sondere „De l’autre côté du pays" (2008) und „Carnets d’un grand détour" (2012) wurden von der Kritik gefeiert und international auf zahlreichen Festivals aufgeführt und ausgezeichnet.