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A Moon for My Father

Das Briefeschreiben mag eine fast vergessene Kunst sein. Als ein Akt, der vom Schreibenden ein hohes Maß an Nähe gepaart mit gedanklicher Tiefe verlangt, hat es erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Akt des dokumentarischen Filmens. Wie ein Brief bewegt sich auch der Dokumentarfilm zwischen Intimität und Abstraktion.
Die iranische Filmemacherin Mania Akbari und der Londoner Bildhauer Douglas White gehen von dieser Ähnlichkeit aus, A Moon for My Father ist ein faszinierender Essayfilm in Briefform. Ihre Briefe dokumentieren den künstlerischen Prozess und formen zugleich das Narrativ, das die Collage aus persönlichen Aufnahmen, Bildern von Whites Arbeit und Material aus iranischen Archiven begleitet. Die aufwühlenden Sequenzen über die Krebserkrankung und komplizierte Schwangerschaft Akbaris werden in Zwiesprache mit Whites kreatürlichen Skulpturen Teil dieser Kontemplation über Körper, Objekt und Erinnerung, Destruktion und Rekonstruktion, Gewalt und Hoffnung. Dabei entsteht ein poetischer Dialog, der zeigt, dass das Leben die Kunst braucht so wie die Kunst das Leben.

(abe)

Mania Akbari und Douglas White

Mania Akbari ist eine international gefeierte Filmemacherin und Künstlerin. Ihre provokativen, revolutionären und radikalen Filme wurden zuletzt anlässlich von Retrospektiven des British Film Institutes in London (2013), des Dänischen Film Instituts (2014), beim Internationalen Film Festival in Oldenburg (2014), beim Cyprus Film Festival (2014) und im Nottingham Contemporary (2017) ge-zeigt. Akbaris Filme wurden auf internationalen Festivals ausgezeichnet, unter anderem mit dem Independence Honorary Award in Oldenburg (2014), als bester Film — Digital Section beim Film-festival Venedig (2004), als bester Film beim Nantes Special Public Award (2007), für die beste Regie und den besten Film beim Kerala Film Festival (2007) und als bester Film und beste Schau-spielerin beim Barcelona Film Festival (2007). Ihre Kunst wird international ausgestellt, unter ande-rem in der Tate Modern in London. Akbari wuchs in Iran auf und lebt und arbeitet heute im Londoner Exil — ein Thema, das sie u.a. in ihrem Film „Life May Be" (2014), bei dem sie gemeinsam mit Mark Cousins Regie führte, bearbeitete. Der Film feierte seine Premierebeim Karlovy Vary Film Festival, Nominierungen als bester Dokumentarfilm erhielt er beim Edinburgh International Film Festival und beim Asia Pacific Film Festival.

Douglas White ist Bildhauer und bekannt für seine Verwendung gefundener Objekte und Materialien. Seit seinem Abschluss am Royal College of Art arbeitet er weltweit. White stellte unter ande-rem aus bei Splendor Solis, Eden Rock Gallery, St Barth (2014), Song of the Roustabouts, Gabriel Rolt, Amsterdam (2013) und New Skin for an Old Ceremony, Paradise Row, London (2011). Jün-gere Gruppenausstellungen mit Whites Beteiligung umfassen Feito poor Brasilieros, Cidade Mata-razzo, Sao Paolo (2014), Island, Dairy Art Centre, London (2013), Con Amore, ARoS Museum, Denmark (2012), Weizmann Institute, Tel Aviv (2012), London Twelve, City of Prague Gallery, Prague (2012), REHAB, Fondation EDF, Paris (2010), und Natural Wonders, Baibakov Fine Arts, Moscow (2009). 2005 wurde White mit dem Man Group Drawing Prize und dem Pyramid Award der Deutschen Bank ausgezeichnet. 2007 war er auf der Shortlist für den Paul Hamlyn Award, 2005 für den Jerwood Sculpture Prize und 2006 für den Jerwood Drawing Prize. Seine Werke wurden in international bedeutende Sammlungen aufgenommen wie der Saatchi Collection, David Roberts, Frank Cohen, Ernst and Young und Simmons & Simmons. Douglas White wird von der Galerie Gabriel Rolt in Amsterdam vertreten.